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Glossar

Plug & Charge

Redaktion 11kW-Wallbox · Stand 06.10.2026

Definition: Plug & Charge authentifiziert Fahrzeug und bezahlt den Ladevorgang automatisch über im Auto hinterlegte Zahlungsdaten; technische Grundlage ist die Norm ISO 15118.

Einstecken und fertig

Bei Plug & Charge erkennt die Ladestation das Fahrzeug über ein digitales Zertifikat, sobald das Kabel steckt. Karte, App oder PIN entfallen. Die Autorisierung und Bezahlung läuft anhand von Daten, die im Bordcomputer des Autos hinterliegen. Die Technik gehört zum Funktionsumfang von ISO 15118.

Was zusammenspielen muss

  • Das Fahrzeug muss die Funktion unterstützen und mit einem Vertrag verknüpft sein.
  • Die Ladestation muss ebenfalls ISO 15118 sprechen und das Zertifikat prüfen können.
  • Ein Betreiber im Hintergrund rechnet ab, meist über ein Backend mit OCPP.

Bedeutung für Heimwallboxen

An der heimischen Wallbox wird in der Regel nicht abgerechnet, die Funktion ist deshalb meist nicht erforderlich. Interessanter ist sie an öffentlichen Ladepunkten und Firmenstandorten. Wer in einer Wohnanlage lädt, in der verschiedene Parteien ihren Verbrauch ausgewiesen bekommen sollen, trifft auf die Fragen des Eichrechts.

Typische Missverständnisse

„Plug & Charge“ ist keine Eigenschaft des Steckers, sondern der Kommunikation dahinter. Auch ein Typ-2-Kabel, das mechanisch passt, bringt die Funktion nicht, wenn eine der beiden Seiten sie nicht umsetzt. Bei Wallboxen mit Karten-Freigabe ersetzt Plug & Charge die RFID-Karte nur dann, wenn auch das Fahrzeug mitspielt. Fragen Sie vor dem Kauf nach der unterstützten Normversion; ISO 15118-20 gilt zudem als Basis für die Rückspeisung.

Sicherheitsaspekt

Zertifikate werden von Herstellern und Betreibern verwaltet. Läuft eines ab oder fehlt es, fällt das Fahrzeug auf Karte oder App zurück.

Verwandte Begriffe

  • ISO 15118: ISO 15118 ist die internationale Normenreihe für die digitale Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladestation; sie ermöglicht Plug & Charge und bereitet bidirektionales Laden vor.
  • RFID: RFID (Radio Frequency Identification) erkennt Chips per Funk; an der Wallbox gibt eine RFID-Karte oder ein Schlüsselanhänger den Ladevorgang frei und schützt vor unbefugter Nutzung.
  • OCPP: Das Open Charge Point Protocol (OCPP) ist ein offener, herstellerunabhängiger Standard für die Kommunikation zwischen Ladestationen und zentralen Managementsystemen; verbreitet sind Version 1.6 und 2.0.1.
  • Ladesäule: Eine Ladesäule ist ein freistehender, meist öffentlich zugänglicher Ladepunkt für Elektrofahrzeuge; für sie gilt in Deutschland die Ladesäulenverordnung, in der Neufassung seit 01.01.2026.
  • Bidirektionales Laden: Bidirektionales Laden lässt Strom aus der Fahrzeugbatterie zurück ins Haus oder Netz fließen; laut ADAC (Stand 26.06.2026) ist die BMW Wallbox Professional bislang die einzige breit verfügbare Wallbox.

Quellen