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Glossar

OCPP

Redaktion 11kW-Wallbox · Stand 06.10.2026

Definition: Das Open Charge Point Protocol (OCPP) ist ein offener, herstellerunabhängiger Standard für die Kommunikation zwischen Ladestationen und zentralen Managementsystemen; verbreitet sind Version 1.6 und 2.0.1.

Das Protokoll zum Backend

OCPP wurde von der Open Charge Alliance entwickelt und ist als offener Standard veröffentlicht. Es regelt, wie eine Ladestation mit der Software eines Betreibers spricht: Startfreigaben, Verbrauchsdaten, Statusmeldungen, Firmware-Updates. Es hat also nichts mit der Kommunikation zwischen Auto und Ladepunkt zu tun; das ist Sache von ISO 15118.

Versionen und Sicherheit

Ein erweiterter Sicherheitsteil mit End-to-End-Architektur wurde 2018 mit OCPP 2.0 eingeführt. Die Open Charge Alliance zertifiziert die Kompatibilität nach OCPP 1.6 seit 2019 und nach OCPP 2.0.1 seit 2023. Ob ein konkretes Gerät zertifiziert ist, lässt sich in den Listen der Alliance nachsehen.

Nutzen im Alltag

  • Betreiber werden unabhängiger von einzelnen Herstellern, weil sich Geräte über das Protokoll in andere Systeme integrieren lassen.
  • Für private Einzelwallboxen ist OCPP meist unwichtig; interessant wird es bei Firmenparkplätzen, Wohnanlagen und beim Abrechnen mit Ladekarten (RFID).
  • Ein Lastmanagement über mehrere Ladepunkte hinweg setzt häufig auf OCPP oder auf herstellereigene Schnittstellen.

Kaufhinweis

Im Datenblatt steht, welche Version eine Wallbox unterstützt. Die Angabe „OCPP-fähig“ ohne Versionsnummer ist wenig aussagekräftig. Einbindung in ein Backend passiert per Software; der elektrische Anschluss der Wallbox bleibt eine Aufgabe der Elektrofachkraft.

Einsatzbeispiel

In einer Tiefgarage mit zwölf Stellplätzen meldet jede Wallbox ihren Verbrauch ans Backend, das nach Nutzer abrechnet und die Gesamtleistung verteilt.

Hinweis zur Datensicherheit

Wer eine Wallbox mit einem Backend verbindet, gibt Verbrauchs- und Statusdaten an Dritte. Ein Blick in die Datenschutzhinweise des Betreibers ist daher sinnvoll.

Verwandte Begriffe

  • ISO 15118: ISO 15118 ist die internationale Normenreihe für die digitale Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladestation; sie ermöglicht Plug & Charge und bereitet bidirektionales Laden vor.
  • Lastmanagement: Lastmanagement verteilt die verfügbare Anschlussleistung auf mehrere Ladepunkte oder Verbraucher, damit der Hausanschluss nicht überlastet wird; der ADAC unterscheidet statisches und dynamisches Lastmanagement.
  • RFID: RFID (Radio Frequency Identification) erkennt Chips per Funk; an der Wallbox gibt eine RFID-Karte oder ein Schlüsselanhänger den Ladevorgang frei und schützt vor unbefugter Nutzung.
  • Energiemanagementsystem (EMS): Ein Energiemanagementsystem koordiniert Wallbox, Photovoltaik, Speicher und Haushaltsverbraucher, um Anschlussleistung und Solarstrom zu steuern; es kann auch Netzbetreiber-Vorgaben nach § 14a EnWG umsetzen.
  • Ladesäule: Eine Ladesäule ist ein freistehender, meist öffentlich zugänglicher Ladepunkt für Elektrofahrzeuge; für sie gilt in Deutschland die Ladesäulenverordnung, in der Neufassung seit 01.01.2026.

Ausführlich im Ratgeber

Quellen