Direkt zum Inhalt
11kw-wallbox.com
11kw-wallbox.com

Glossar

Schieflast

Redaktion 11kW-Wallbox · Stand 06.10.2026

Definition: Schieflast ist die ungleiche Belastung der drei Außenleiter; Netzbetreiber begrenzen sie bei einphasigen Verbrauchern, damit das Netz symmetrisch bleibt.

Wenn eine Phase mehr trägt als die anderen

Im Drehstromnetz funktioniert alles am besten, wenn L1, L2 und L3 ähnlich stark belastet sind. Hängt ein großer Verbraucher nur an einer Phase, fließt im Neutralleiter ein Ausgleichsstrom und die Spannung an den Phasen weicht voneinander ab. Das nennt man Unsymmetrie oder Schieflast.

Was das für Ladeeinrichtungen bedeutet

Dreiphasige Wallboxen sind hier unkritisch, denn sie belasten alle Leiter gleich. Heikler wird es bei einphasigem Laden mit hoher Leistung. Die technischen Regeln der Netzbetreiber begrenzen deshalb die zulässige Leistung einphasiger Geräte. Den exakten Wert legt die Technische Anschlussbedingung (siehe TAB) Ihres Netzbetreibers fest; er kann sich je Netz unterscheiden, und ein Zahlenwert wird hier bewusst nicht genannt.

Praktische Folgen

  • Moderne Wallboxen mit Lastmanagement oder Phasenumschaltung wechseln von selbst auf eine Phase, wenn wenig Leistung verfügbar ist.
  • Gibt es im Haus mehrere einphasige Großverbraucher, verteilt die Fachfirma sie auf verschiedene Phasen.
  • Die Auslegung gehört in die Hände einer Elektrofachkraft; sie berücksichtigt auch Bestandsgeräte.
Zur Frage, welche Grenze bei Ihnen gilt: Der Netzbetreiber nennt sie auf Anfrage oder in seinen TAB.

Warum Netzbetreiber hinschauen

Ein Niederspannungsnetz versorgt viele Häuser, und die Leitungen sind auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Last angewiesen. Laden viele Haushalte gleichzeitig einphasig, kann sich die Unsymmetrie im Netz aufsummieren. Deshalb setzt die Regel am einzelnen Gerät an. Für Sie als künftiger Betreiber heißt das: Lassen Sie bei der Anmeldung die Phasenzahl und die Leistung korrekt angeben.

Verwandte Begriffe

  • Einphasiges Laden: Beim einphasigen Laden fließt der Strom über nur einen der drei Außenleiter; bei 16 A sind das 3,7 kW, bei 32 A höchstens 7,4 kW.
  • Dreiphasiges Laden: Dreiphasiges Laden nutzt alle drei Außenleiter und erreicht bei 16 A und 400 V 11 kW; es ist damit dreimal so schnell wie einphasig mit gleicher Stromstärke.
  • Drehstrom: Drehstrom ist das dreiphasige Wechselstromsystem des Hausanschlusses mit 400 V zwischen den Außenleitern und 230 V zwischen Außenleiter und Neutralleiter.
  • Technische Anschlussbedingungen (TAB): Die TAB sind die technischen Regeln eines Netzbetreibers für den Anschluss an sein Niederspannungsnetz; der BDEW veröffentlichte den Musterwortlaut 2026 am 31.07.2026, gültig sind aber die TAB je Netzbetreiber.
  • Lastmanagement: Lastmanagement verteilt die verfügbare Anschlussleistung auf mehrere Ladepunkte oder Verbraucher, damit der Hausanschluss nicht überlastet wird; der ADAC unterscheidet statisches und dynamisches Lastmanagement.

Quellen