Definition: Beim einphasigen Laden fließt der Strom über nur einen der drei Außenleiter; bei 16 A sind das 3,7 kW, bei 32 A höchstens 7,4 kW.
Ein Leiter statt drei
Ein Hausanschluss führt drei Außenleiter. Nutzt ein Fahrzeug nur einen davon, spricht man von einphasigem Laden. Die Rechnung ist einfach: 230 V mal 16 A ergeben rund 3,7 kW, 230 V mal 32 A etwa 7,4 kW. Das reicht für Pendler mit moderatem Verbrauch, dauert aber über Nacht schon mehrere Stunden länger als dreiphasig.
Wo Sie darauf stoßen
- Einzelne Fahrzeuge besitzen einen einphasigen Onboard-Lader; die Wallbox kann dann noch so stark sein.
- An der Schuko-Steckdose liegen laut ADAC 1,8 bis 3 kW an.
- Die blaue CEE-Campingdose schafft 3,7 kW.
- Manche Wallboxen schalten bei PV-Überschuss auf eine Phase zurück, um früher zu starten.
Einfluss auf das Netz
Wird dauerhaft viel Leistung nur auf einer Phase entnommen, belastet das die drei Leiter ungleich. Netzbetreiber begrenzen daher die zulässige Schieflast; den Grenzwert nennen die Technischen Anschlussbedingungen Ihres Netzes. Bei einphasigen Geräten lohnt deshalb vor der Bestellung die Rückfrage bei der Fachfirma.
Wer ohnehin dreiphasig anschließen lässt, sollte nicht auf eine einphasige Box setzen, nur weil das Auto es derzeit nicht anders kann. Ein späterer Fahrzeugwechsel ändert die Lage, die Verkabelung bleibt.
Rechenweg zum Nachvollziehen
230 V mal 16 A ergeben 3.680 W, gerundet 3,7 kW; bei 32 A verdoppelt sich der Wert auf rund 7,4 kW. Über eine Nacht von acht Stunden sind das bei 3,7 kW etwa 29 kWh und bei 7,4 kW etwa 59 kWh. Beides sind eigene Überschlagsrechnungen auf Basis der ADAC-Leistungsstufen, keine Messwerte.
Verwandte Begriffe
- Dreiphasiges Laden: Dreiphasiges Laden nutzt alle drei Außenleiter und erreicht bei 16 A und 400 V 11 kW; es ist damit dreimal so schnell wie einphasig mit gleicher Stromstärke.
- Schieflast: Schieflast ist die ungleiche Belastung der drei Außenleiter; Netzbetreiber begrenzen sie bei einphasigen Verbrauchern, damit das Netz symmetrisch bleibt.
- Onboard-Lader (OBC): Der Onboard-Lader im Fahrzeug wandelt Wechselstrom aus der Wallbox in Gleichstrom für den Akku um und begrenzt damit meist die nutzbare AC-Ladeleistung.
- Ladeleistung: Die Ladeleistung ist die pro Zeit übertragene Energie in kW; an einer 11-kW-Wallbox begrenzt meist der Onboard-Lader des Autos, nicht die Box, was tatsächlich ankommt.
- Schuko-Steckdose: Heimische Leitungen sind laut ADAC im Regelfall nicht für hohe Dauerbelastungen ausgelegt; die Schuko-Steckdose liefert beim Laden laut ADAC nur 1,8 bis 3 kW und taugt nur für den Notfall.
Ausführlich im Ratgeber
- 11 oder 22 kW Wallbox: Ladeleistung, Ladezeit und Anmeldung
- Wallbox mit Photovoltaik: PV-Überschussladen, § 14a und Tarife
