Definition: Ein RCD Typ A erfasst Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme; an Ladepunkten ist er nur zusammen mit einer DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) zulässig.
Was Typ A erkennt und was nicht
Die Bauart A löst bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen und bei pulsierenden Gleichfehlerströmen aus. Glatte Gleichfehlerströme, wie sie ein Elektroauto im Fehlerfall erzeugen kann, sieht sie nicht. Genau diese Lücke ist beim Laden relevant, weil Gleichfehlerströme einen Typ-A-Schalter blind machen können.
Die Lösung für Wallboxen
Die Norm schließt die Lücke auf zwei Wegen. Entweder wird ein RCD Typ B eingesetzt, oder der Typ A (bzw. Typ F) wird mit einer DC-Fehlerstromerkennung nach IEC 62955 mit einer Auslöseschwelle von 6 mA DC kombiniert. Viele Hersteller bauen Typ A und DC-Überwachung in die Wallbox ein; dann braucht es laut DKE keinen weiteren RCD in der Unterverteilung.
Was das für Ihre Entscheidung heißt
- Fragen Sie im Datenblatt nach „RDC-DD“ oder „DC-Fehlerstromschutz integriert“.
- Ein günstigerer Typ-A-Baustein plus integrierter DC-Erkennung kann Kosten im Zählerschrank sparen, ändert aber nichts am Anspruch des Schutzes.
- Ob die Lösung für Ihre Anlage reicht, entscheidet die Elektrofachkraft nach DIN VDE 0100-722; Sie nehmen hier nur die Rolle des Auftraggebers ein.
Zum Gesamtzusammenhang siehe auch FI-Schutzschalter. Kosten, die dadurch im Zählerschrank entstehen können, schätzt der Beitrag Wallbox-Kosten.
Wo Sie ihn im Angebot finden
Im Angebot taucht der Typ A häufig als Position der Unterverteilung auf. Fragen Sie nach, ob die Wallbox die DC-Erkennung bereits enthält; nur dann ist die Kombination vollständig, und es muss kein zusätzliches Gerät eingeplant werden.
Verwandte Begriffe
- FI-Schutzschalter (RCD): Der FI-Schutzschalter (RCD) trennt bei Fehlerstrom automatisch; an Ladepunkten fordert DIN VDE 0100-722 einen RCD mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom je Anschlusspunkt.
- RCD Typ B: Ein RCD Typ B ist allstromsensitiv und erkennt auch glatte Gleichfehlerströme; er ist an Ladepunkten eine der beiden zulässigen Lösungen neben Typ A plus 6-mA-DC-Erkennung.
- DC-Fehlerstromerkennung (6 mA): Die DC-Fehlerstromerkennung (RDC-DD nach IEC 62955) schaltet ab 6 mA Gleichfehlerstrom ab und ermöglicht den Einsatz eines RCD Typ A oder F an Ladepunkten.
- DIN VDE 0100-722: DIN VDE 0100-722 (Ausgabe 2019-06) regelt gemeinsam mit DIN EN IEC 61851-1 (2019-12) die Anforderungen an Fehlerstromschutz und Errichtung an Ladepunkten.
- Zählerschrank: Der Zählerschrank bündelt Zähler und Absicherung des Hausanschlusses; sein Alter und die Entfernung zum Stellplatz gehören laut ADAC zu den Kostentreibern der Wallbox-Installation.
Ausführlich im Ratgeber
- Wallbox kaufen: Kaufberatung für 11-kW-Wallboxen
- Wallbox Installation: Ablauf, Anmeldung und Elektriker
- Wallbox Fehler: Ursachen erkennen und richtig handeln
