Definition: Ein RCD Typ B ist allstromsensitiv und erkennt auch glatte Gleichfehlerströme; er ist an Ladepunkten eine der beiden zulässigen Lösungen neben Typ A plus 6-mA-DC-Erkennung.
Der Allrounder unter den Fehlerstromschutzschaltern
Bauart B deckt Wechselstrom, pulsierenden und glatten Gleichfehlerstrom ab. Damit kann er auch das Szenario abfangen, das ein Typ A übersieht: Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Wandler eines Typ-A-Schalters vormagnetisieren und seine Auslösung verhindern. Der Typ-B-Schalter bleibt dabei funktionsfähig.
Rolle in der Norm
Nach DIN VDE 0100-722 gilt je Anschlusspunkt: entweder ein RCD Typ B oder ein RCD Typ A beziehungsweise Typ F in Kombination mit einer DC-Fehlerstromerkennung mit 6 mA Auslöseschwelle. Zusätzlich muss der Bemessungsdifferenzstrom höchstens 30 mA betragen. Beide Wege gelten als gleichwertig; die Wahl trifft die Fachfirma je nach Wallbox und Anlage.
Abwägung für Ihr Projekt
- Vorteil von Typ B: Ein einzelnes Bauteil in der Unterverteilung deckt alle Fehlerstromarten ab, unabhängig davon, ob die Wallbox eine DC-Erkennung mitbringt.
- Nachteil: Er ist größer und in der Regel teurer als ein Typ-A-Baustein; mit integrierter DC-Erkennung in der Box lässt sich das umgehen.
- Prüfen Sie im Angebot, welche Variante die Fachfirma vorsieht und warum.
Eine kurze Einordnung aller Schutzeinrichtungen bietet der Eintrag zum FI-Schutzschalter.
Zwei Fragen an die Fachfirma
Erstens: Welche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung sehen Sie vor, und warum? Zweitens: Liegt für die Wallbox eine Herstellerangabe zur integrierten DC-Erkennung vor? Aus den Antworten sehen Sie, ob das Schutzkonzept zum Gerät passt und ob womöglich doppelt bezahlt wird.
Verwandte Begriffe
- FI-Schutzschalter (RCD): Der FI-Schutzschalter (RCD) trennt bei Fehlerstrom automatisch; an Ladepunkten fordert DIN VDE 0100-722 einen RCD mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom je Anschlusspunkt.
- RCD Typ A: Ein RCD Typ A erfasst Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme; an Ladepunkten ist er nur zusammen mit einer DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) zulässig.
- DC-Fehlerstromerkennung (6 mA): Die DC-Fehlerstromerkennung (RDC-DD nach IEC 62955) schaltet ab 6 mA Gleichfehlerstrom ab und ermöglicht den Einsatz eines RCD Typ A oder F an Ladepunkten.
- DIN VDE 0100-722: DIN VDE 0100-722 (Ausgabe 2019-06) regelt gemeinsam mit DIN EN IEC 61851-1 (2019-12) die Anforderungen an Fehlerstromschutz und Errichtung an Ladepunkten.
- Zählerschrank: Der Zählerschrank bündelt Zähler und Absicherung des Hausanschlusses; sein Alter und die Entfernung zum Stellplatz gehören laut ADAC zu den Kostentreibern der Wallbox-Installation.
Ausführlich im Ratgeber
- Wallbox kaufen: Kaufberatung für 11-kW-Wallboxen
- Wallbox Installation: Ablauf, Anmeldung und Elektriker
- Wallbox Fehler: Ursachen erkennen und richtig handeln
