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Glossar

PV-Überschussladen

Redaktion 11kW-Wallbox · Stand 06.10.2026

Definition: Beim PV-Überschussladen lädt die Wallbox nur mit dem Solarstrom, den das Haus gerade nicht braucht; einphasig ist laut ADAC schon ab 1,4 kW Mindestleistung möglich, dreiphasig ab etwa 4 kW.

Das Prinzip

Die Wallbox regelt den Ladestrom nach dem Überschuss der Photovoltaikanlage. Ein Messgerät am Netzanschluss meldet, wie viel Strom ins Netz fließen würde, und die Wallbox gleicht die Ladeleistung an. So wandert möglichst viel Sonnenstrom ins Auto statt ins Netz; Kosten und Möglichkeiten beschreibt der Ratgeber Wallbox und Photovoltaik.

Die Mindestleistung entscheidet

Ein Elektroauto lädt erst ab einer Mindeststromstärke. Einphasig sind das laut ADAC 1,4 kW; dreiphasig liegt die Schwelle bei rund 4 kW. Beides folgt rechnerisch aus 6 A Mindeststrom bei 230 V je Phase (eigene Rechnung: 1,38 kW einphasig, etwa 4,1 kW dreiphasig). Wallboxen mit automatischer Umschaltung zwischen ein- und dreiphasigem Laden können bereits bei wenig Sonne starten; im ADAC-Test vom 31.10.2023 bot das unter acht Modellen drei (Fronius, Myenergi und openWB) serienmäßig.

Der Haken: Wirkungsgrad

Je geringer die Leistung, desto größer die Ladeverluste. Bei reduzierter Ladeleistung, etwa beim Überschussladen, stiegen sie in der ADAC-Studie 2026 auf 8 Prozent (Renault 5) beziehungsweise 9,1 bis 12,8 Prozent bei den übrigen Modellen. An einer Wallbox mit voller Leistung blieben sie unter 7 Prozent.

Die Steuerung übernimmt oft ein Energiemanagementsystem; der erzielte Eigenverbrauch hängt von Anlagengröße und Standzeiten des Autos ab.

Wer das einstellen darf

Die Verbindung zwischen Wechselrichter, Zähler und Wallbox richtet der Installateur ein, weil Messwandler im Zählerschrank sitzen. Software-Einstellungen wie Ladeziel oder Mindestladung nehmen Sie anschließend bequem in der App vor. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Wallbox und Wechselrichter dieselbe Schnittstelle sprechen; Inkompatibilitäten sind der häufigste Grund für Probleme bei der Inbetriebnahme.

Verwandte Begriffe

  • Eigenverbrauch: Eigenverbrauch ist der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der vor Ort genutzt statt ins Netz eingespeist wird; eine Wallbox kann ihn erhöhen, wenn das Auto tagsüber zu Hause steht.
  • Energiemanagementsystem (EMS): Ein Energiemanagementsystem koordiniert Wallbox, Photovoltaik, Speicher und Haushaltsverbraucher, um Anschlussleistung und Solarstrom zu steuern; es kann auch Netzbetreiber-Vorgaben nach § 14a EnWG umsetzen.
  • Ladeverluste: Beim AC-Laden gehen laut ADAC an einer Wallbox mit voller Leistung unter 7 Prozent verloren, an der Haushaltssteckdose (rund 2,3 kW) 12,7 bis 15,3 Prozent.
  • Einphasiges Laden: Beim einphasigen Laden fließt der Strom über nur einen der drei Außenleiter; bei 16 A sind das 3,7 kW, bei 32 A höchstens 7,4 kW.
  • Dynamisches Lastmanagement: Dynamisches Lastmanagement misst laufend den Stromverbrauch des Hauses und gibt der Wallbox nur die jeweils verbleibende Leistung frei, sodass der Hausanschluss nie überlastet wird.

Ausführlich im Ratgeber

Quellen