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Glossar

DIN VDE 0100-722

Redaktion 11kW-Wallbox · Stand 06.10.2026

Definition: DIN VDE 0100-722 (Ausgabe 2019-06) regelt gemeinsam mit DIN EN IEC 61851-1 (2019-12) die Anforderungen an Fehlerstromschutz und Errichtung an Ladepunkten.

Die Errichtungsnorm für Ladeeinrichtungen

Teil 722 der Normenreihe DIN VDE 0100 befasst sich mit „Stromversorgung von Elektrofahrzeugen“. Sie legt fest, wie Ladepunkte elektrisch in die Anlage einzubinden sind. Zusammen mit DIN EN IEC 61851-1 (VDE 0122-1, Ausgabe 2019-12) bildet sie die Grundlage dafür, welche Schutzeinrichtungen je Ladepunkt nötig sind.

Kernaussagen, die für 11-kW-Wallboxen zählen

AnforderungInhalt (DKE)
Fehlerstromschutzje Anschlusspunkt RCD Typ B, oder Typ A/F plus RDC-DD (6 mA DC)
ZusatzschutzRCD mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom
Überstromabschaltungallpolig nicht gefordert

Wer sie anwendet

Die Norm richtet sich an Errichter. Als Auftraggeber verlangen Sie lediglich, dass das Angebot Schutzkonzept und Geräte benennt, etwa RCD Typ B oder eine Kombination aus RCD Typ A und DC-Fehlerstromerkennung. Wer eine ältere Anlage nachrüstet, sollte sich vergewissern, dass die Fachfirma die aktuelle Ausgabe kennt.

Die Norm ist keine Bauanleitung für Laien. Errichtung, Anschluss und Prüfung dürfen nur Elektrofachkräfte aus dem Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers vornehmen.

Technische Anschlussregeln des Netzes ergänzen sie, siehe VDE-AR-N 4100.

Abgrenzung zu anderen Normen

DIN VDE 0100-722 gilt für die Errichtung, also für das, was die Elektrofachkraft im Haus baut. DIN EN IEC 61851-1 regelt dagegen die Anforderungen an die Ladeeinrichtung selbst. Der Netzbetreiber ergänzt beides durch seine TAB. Die Wallbox allein genügt also nicht; auch die Anlage drumherum muss stimmen. Die DKE-FAQ vom 03.12.2025 nennt die Ausgaben 2019-06 und 2019-12.

Verwandte Begriffe

  • RCD Typ A: Ein RCD Typ A erfasst Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme; an Ladepunkten ist er nur zusammen mit einer DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) zulässig.
  • RCD Typ B: Ein RCD Typ B ist allstromsensitiv und erkennt auch glatte Gleichfehlerströme; er ist an Ladepunkten eine der beiden zulässigen Lösungen neben Typ A plus 6-mA-DC-Erkennung.
  • DC-Fehlerstromerkennung (6 mA): Die DC-Fehlerstromerkennung (RDC-DD nach IEC 62955) schaltet ab 6 mA Gleichfehlerstrom ab und ermöglicht den Einsatz eines RCD Typ A oder F an Ladepunkten.
  • FI-Schutzschalter (RCD): Der FI-Schutzschalter (RCD) trennt bei Fehlerstrom automatisch; an Ladepunkten fordert DIN VDE 0100-722 einen RCD mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom je Anschlusspunkt.
  • VDE-AR-N 4100: Die VDE-AR-N 4100 (TAR Niederspannung) ist die technische Anwendungsregel für den Anschluss von Anlagen ans Niederspannungsnetz; die Ausgabe 2026-04 trat laut VDE am 06.03.2026 in Kraft.

Quellen