Typ-B-FI bei der Wallbox: Wann er vorgeschrieben ist
Typ-B-FI: Ein Typ-B-FI ist ein Fehlerstrom-Schutzschalter, der neben Wechsel- und Pulsstrom auch glatte Gleichfehlerströme erkennt. Bei Wallboxen ist er laut IEC 62196 immer dann vorgeschrieben, wenn die Ladestation keine eigene Fehlergleichstrom-Überwachung nach IEC 62955 mit einem Auslösewert von mindestens 6 mA besitzt. Ohne diesen Schutz bleibt ein Gleichstromfehler im Fehlerfall unentdeckt.
Ein Typ-B-FI schützt bei der Wallbox vor Fehlerströmen, die ein herkömmlicher Fehlerstrom-Schutzschalter nicht erkennen kann. Grund dafür ist die Ladeelektronik moderner Elektrofahrzeuge, die im Fehlerfall glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann. Ob dieser spezielle FI-Typ tatsächlich verbaut werden muss, hängt von der jeweiligen Wallbox und ihrer internen Schutztechnik ab. Wer sich grundsätzlich mit den Schutzanforderungen an eine Ladestation beschäftigt, findet in der Rubrik Sicherheit weitere Hintergründe zu Normen und Absicherung. Dieser Artikel erklärt, was einen Typ-B-FI von anderen FI-Schaltern unterscheidet, wann er bei einer 11-kW-Wallbox* Pflicht ist und wann eine Alternative genügt.
Kurz zusammengefasst: Ein Typ-B-FI erkennt alle Fehlerstromarten inklusive glattem Gleichstrom und ist damit die sicherste, aber auch teuerste Lösung für Wallboxen. Viele moderne Ladestationen sparen sich diesen Aufwand, indem sie eine eingebaute Fehlergleichstrom-Überwachung nutzen und so mit einem günstigeren Typ-A-FI auskommen.
- FI-Schalter Typ B: Erkennt sinusförmige Wechsel-, pulsierende Gleich- und glatte Gleichfehlerströme sowie h…
- 40 A / 30 mA Bemessung: Allstromsensitiver Schutz für Personen und Anlagen – auch bei komplexen Fehlerstrom…
- 4-polige Bauweise: Für dreiphasige Systeme mit Neutralleiter – ideal für Industrie, PV, E-Mobilität oder Fr…
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Wann braucht eine Wallbox einen Typ-B-FI?
- Norm: IEC 62196 fordert Typ B oder Typ A mit DC-Überwachung nach IEC 62955
- Auslöseschwelle DC-Überwachung: mindestens 6 mA (I Δn DC ≥ 6 mA)
- Installationsnorm Deutschland: DIN VDE 0100-722 (IEC 60364-7-722)
- Abschaltzeit: typisch innerhalb von 35 ms nach Überschreiten des Auslösestroms
- Typ A ohne Zusatz: kann Gleichstromfehler physikalisch nicht erkennen
- Nennfehlerströme im Handel: unter anderem 10, 30, 100, 300 und 500 mA
Was ist ein Typ-B-FI überhaupt?
Ein Typ-B-FI ist ein Fehlerstrom-Schutzschalter, der allstromsensitiv arbeitet und damit Wechselfehlerströme, pulsierende Gleichfehlerströme und glatte Gleichfehlerströme erkennt. Grundlage der Funktionsweise ist ein Summenstromwandler, der den Differenzstrom zwischen den stromführenden Leitern überwacht, wie es die Wikipedia-Definition zum Fehlerstrom-Schutzschalter beschreibt. Überschreitet der Fehlerstrom den Auslösewert, trennt der Schalter die Verbindung.
Bei den meisten am Markt verfügbaren Geräten erfolgt diese Abschaltung laut DGUV innerhalb von rund 35 Millisekunden, sobald der Auslösestrom im Bereich von 0,5 bis 1-fachem Nennfehlerstrom erreicht wird. Nennfehlerströme reichen dabei von 10 mA für besonders sensible Anwendungen bis 500 mA für weniger kritische Bereiche, industrielle Anwendungen liegen teilweise noch darüber. Für Steckdosenkreise bis 32 A schreibt beispielsweise die schweizerische NIN einen RCD mit maximal 30 mA vor – ein Hinweis darauf, wie fein die Schwellenwerte je nach Anwendungsfall gestaffelt sind.
Für Wallboxen ist die Bauart B deshalb relevant, weil die Ladeelektronik im Fehlerfall Gleichfehlerströme erzeugen kann, die ein einfacher FI-Schalter nicht erfasst. Ohne diese Erkennung würde eine Person im Fehlerfall unter Umständen nicht rechtzeitig vor einem gefährlichen Stromschlag geschützt.
Worin unterscheidet sich der Typ-B-FI von anderen FI-Schaltern?
Der Typ-B-FI unterscheidet sich von Typ A und Typ A-EV vor allem in der Fähigkeit, glatte Gleichfehlerströme zu erkennen. Ein Typ-A-FI benötigt zum Auslösen einen alternierenden Wechselstrom und kann einen reinen Gleichstromfehler aufgrund seiner physikalischen Bauweise nicht detektieren. Ein Typ-A-EV-FI ist im Kern ein Typ-A-Gerät mit zusätzlicher integrierter Gleichfehlerstrom-Erkennung, deckt also einen Teil der Lücke ab, ohne die volle Bandbreite eines Typ-B-Geräts zu erreichen.
In der Praxis bedeutet das: Nur der Typ-B-FI bietet den vollständigen Schutz gegen alle relevanten Fehlerstromarten, die bei einer Wallbox auftreten können. Typ A allein reicht bei einer Wallbox ohne zusätzliche DC-Überwachung nicht aus. Diese Abstufung erklärt auch, warum Hersteller unterschiedliche Kombinationen aus FI-Schalter und interner Elektronik anbieten, um die Normanforderungen zu erfüllen.
Wann ist ein Typ-B-FI bei einer Wallbox vorgeschrieben?
Ein Typ-B-FI ist bei einer Wallbox dann vorgeschrieben, wenn die Ladestation selbst keine Fehlergleichstrom-Überwachung nach IEC 62955 mit einem Auslösewert von mindestens 6 mA besitzt. Laut IEC 62196 gibt es für den Fehlerstromschutz zwei zulässige Wege: entweder einen allstromsensitiven Typ-B- beziehungsweise Typ-B+-FI, oder einen Typ-A-FI in Kombination mit dieser internen DC-Überwachung. Zusätzlich verlangt IEC 61851, dass jede Wandladestation grundsätzlich einen Überstrom- und einen Fehlerstromschutzschalter besitzt.
Für Installationen in Deutschland ist außerdem die DIN VDE 0100-722 maßgeblich, die für jeden Anschlusspunkt einer Wallbox konkrete Schutzmaßnahmen vorschreibt. Details zur Absicherungspflicht insgesamt liefert der Beitrag zum Thema 11-kW-Wallbox absichern, der die Anforderungen an Leitungsschutz und FI-Schutz gemeinsam einordnet. Wichtig ist: Die Pflicht bezieht sich nicht auf jede Wallbox pauschal, sondern richtet sich danach, ob die verbaute Technik den DC-Fehlerfall bereits selbst erkennt.
Reicht bei der 11-kW-Wallbox auch ein anderer Fehlerstromschutz?
Bei einer 11-kW-Wallbox reicht ein Typ-A-FI dann aus, wenn die Ladestation eine integrierte Fehlergleichstrom-Erkennung nach IEC 62955 besitzt. Viele aktuelle Wallboxen verbauen diese Elektronik bereits werkseitig, sodass kein separater Typ-B-FI im Zählerschrank nötig ist. Das spart Platz und reduziert die Kosten deutlich, da Typ-B-FI-Schalter teurer sind als Typ-A-Geräte.
Fehlt im Zählerschrank der Platz für einen zusätzlichen Typ-B-FI, ist die Wahl einer Wallbox mit interner DC-Fehlerstromerkennung häufig die praktikablere Lösung, statt den Zählerschrank aufwendig zu erweitern. Ein typisches Missverständnis ist die Annahme, jede Wallbox benötige zwingend einen eigenen Typ-B-FI im Sicherungskasten. Richtig ist: Entscheidend ist die Schutzfunktion insgesamt, nicht die Bauteilbezeichnung allein. Wird dennoch der falsche FI-Typ eingebaut, etwa ein einfacher Typ-A ohne jede DC-Überwachung, bleibt im Fehlerfall ein Gleichstromfehler unerkannt – die Schutzfunktion versagt dann genau dort, wo sie gebraucht wird.
Wer sich zusätzlich mit der Absicherung gegen Überlastung beschäftigt, findet ergänzende Hinweise im Beitrag Überlastung der Wallbox vermeiden, der Schutzmaßnahmen jenseits des Fehlerstromschutzes behandelt.
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Wer entscheidet, welcher FI-Typ eingebaut wird?
Die Elektrofachkraft entscheidet gemeinsam mit den Angaben des Wallbox-Herstellers, welcher FI-Typ tatsächlich eingebaut wird. Ausschlaggebend ist die technische Dokumentation der Ladestation: Gibt der Hersteller an, dass eine integrierte DC-Fehlerstromerkennung nach IEC 62955 vorhanden ist, kann die Fachkraft einen Typ-A-FI vorsehen. Fehlt diese Angabe oder ist sie unklar, ist ein Typ-B-FI die sichere Wahl.
Nach dem Einbau folgt die Prüfung der Installation gemäß DIN VDE 0100-722, bei der auch die Funktion des Fehlerstromschutzes kontrolliert wird. Erst nach erfolgreicher Prüfung darf die Wallbox in Betrieb genommen werden. Auch bei einer Kindersonnenbrille sind Passform und Sicherheit wichtige Kriterien; auf www.kinder-sonnenbrille.de geht es um UV-Schutz, Passform und Sicherheit. Diese Prüfung ist kein einmaliger Formalschritt, sondern Teil der laufenden Sicherheitsverantwortung, denn die korrekte Funktion des FI-Schutzes betrifft im Fehlerfall unmittelbar Personen- und Brandschutz.
| FI-Typ | Erkennt | Eignung für Wallbox ohne DC-Erkennung |
|---|---|---|
| Typ A | Wechselfehlerströme | nicht ausreichend |
| Typ A-EV | Wechselfehlerströme plus zusätzliche DC-Erkennung | bedingt ausreichend, je nach Auslösewert |
| Typ B | Wechsel-, Puls- und glatte Gleichfehlerströme | ausreichend |
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Häufige Fragen zum Typ-B-FI bei der Wallbox
Ist ein Typ-B-FI bei jeder Wallbox Pflicht?
Nein, ein Typ-B-FI ist nicht bei jeder Wallbox zwingend. Er ist nur dann erforderlich, wenn die Ladestation keine eigene Fehlergleichstrom-Überwachung nach IEC 62955 mit mindestens 6 mA Auslösewert besitzt. Besitzt die Wallbox diese Technik bereits integriert, genügt laut IEC 62196 ein Typ-A-FI. Die genaue technische Dokumentation des Herstellers gibt darüber Auskunft.
Warum braucht eine Wallbox überhaupt Fehlerstromschutz?
Fehlerstromschutz schützt Personen vor gefährlichen Stromschlägen, die durch einen Isolationsfehler in der Ladeleitung oder im Fahrzeug entstehen können. Laut IEC 61851 muss jede Wandladestation deshalb sowohl einen Überstrom- als auch einen Fehlerstrom-Schutzschalter besitzen. Ohne diesen Schutz würde ein Fehlerstrom im Ernstfall nicht rechtzeitig erkannt und die Stromzufuhr nicht automatisch unterbrochen.
Was passiert, wenn im Zählerschrank kein Platz für einen Typ-B-FI ist?
Fehlt der Platz für einen zusätzlichen Typ-B-FI, bietet sich die Wahl einer Wallbox mit integrierter DC-Fehlerstromerkennung an. Dann reicht ein platzsparender Typ-A-FI aus, ohne die Schutzfunktion zu mindern. Alternativ kann eine Elektrofachkraft prüfen, ob im Zählerschrank durch Umbau zusätzlicher Platz geschaffen werden kann.
Welche Folge hat der Einbau des falschen FI-Typs?
Wird bei einer Wallbox ohne DC-Überwachung nur ein einfacher Typ-A-FI eingebaut, bleibt ein glatter Gleichfehlerstrom im Fehlerfall unerkannt. Die Schutzfunktion versagt dann genau in der Situation, in der sie gebraucht wird, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Zudem entspricht eine solche Installation nicht den Anforderungen der DIN VDE 0100-722.
Wie geht es nach der Prüfung des FI-Schutzes weiter?
Nach erfolgreicher Prüfung gemäß DIN VDE 0100-722 wird die Wallbox freigegeben und darf in Betrieb genommen werden. Die Elektrofachkraft dokumentiert die Prüfung üblicherweise schriftlich. Diese Dokumentation ist auch später relevant, etwa bei einer erneuten Prüfung oder bei Rückfragen des Netzbetreibers zur Installation.
Fazit: Der Typ-B-FI schließt eine reale Schutzlücke
Ein Typ-B-FI erkennt Fehlerströme, die ein einfacher Typ-A-FI aufgrund seiner Bauweise nicht wahrnehmen kann, und ist damit bei Wallboxen ohne interne DC-Überwachung nach IEC 62955 vorgeschrieben. Maßgeblich sind dabei IEC 62196, IEC 61851 sowie in Deutschland die DIN VDE 0100-722. Ob im konkreten Fall ein Typ-B-FI oder ein Typ-A-FI ausreicht, entscheidet letztlich die Elektrofachkraft anhand der Herstellerangaben zur jeweiligen Wallbox.
Stand: September 2026
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