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Ladeleistung: 11 oder 22 kW

Steuerkontakt CP: So läuft die Ladefreigabe ab

Typ-2-Ladestecker an einer Wallbox mit sichtbarem Steuerkontakt beim Laden
Der Control Pilot nach IEC 62196 gibt bei Typ-2-Laden die Stromfreigabe per PWM bis 32 A frei. · Symbolbild, mit KI erstellt.

Steuerkontakt CP: Der Control Pilot (CP) ist ein Signalkontakt nach IEC 62196 Typ 2, über den Wallbox und Fahrzeug den Ladevorgang aushandeln. Die Wallbox legt zunächst 12 V an, erkennt beim Anschließen des Autos einen 1-kHz-Rechteckimpuls und gibt per PWM-Duty-Cycle die maximale Stromstärke frei – von 6 A bei 10 % bis 32 A bei 50 % Duty Cycle.

Der Steuerkontakt CP ist die Leitung, über die eine Wallbox und ein Elektroauto während des gesamten Ladevorgangs analoge Signale austauschen, um Anschlusszustand, freigegebene Stromstärke und Betriebsbereitschaft abzugleichen. Ohne dieses Signal würde die Wallbox nicht wissen, ob ein Fahrzeug angeschlossen ist, ob es ladebereit ist und wie viel Strom sicher fließen darf. Wie diese Kommunikation im Detail abläuft und welche Rolle Wallbox und Fahrzeug dabei jeweils spielen, erklärt die Rubrik Funktionsweise ausführlich. Relevant ist der CP für alle Beteiligten: für die Wallbox, die das Signal erzeugt und auswertet, für das Fahrzeug, das antwortet und seinerseits Zustände signalisiert, und für den Installateur, der bei Störungen oft zuerst diese Leitung prüfen muss.

Kurz zusammengefasst: Der CP ist ein eigenständiger Steuerkontakt, getrennt von den Leistungskontakten, über den Wallbox und Auto per Spannungspegel und PWM-Signal kommunizieren. Er entscheidet, ob und mit welcher Stromstärke geladen wird, bleibt während der ganzen Ladedauer aktiv und ist von der eigentlichen Ladeleistung des Fahrzeugs klar zu unterscheiden.

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Die wichtigsten Fakten

  • Bezeichnung: CP steht für Control Pilot, definiert in der Norm IEC 62196 Typ 2
  • Ruhespannung: 12 V zwischen CP und Schutzleiter PE ohne angeschlossenes Fahrzeug
  • Signalform: 1-kHz-Rechteckspannung über einen 1-kΩ-Widerstand bei angeschlossenem Auto
  • Stromfreigabe: 6 A bei 10 % PWM, 10 A bei 16 %, 16 A bei 25 %, 32 A bei 50 % Duty Cycle
  • Digitale Kommunikation: 3–7 % Duty Cycle signalisieren digitale Steuerung, etwa bei DC-Laden
  • Ergänzender Kontakt: PP (Proximity Pilot) sichert die Kabelbelastbarkeit ab, unabhängig vom CP

Was ist der Steuerkontakt CP beim Laden?

Der Steuerkontakt CP ist ein separater Pilotkontakt im Ladestecker, über den Wallbox und Fahrzeug ein Analogsignal austauschen, das den gesamten Ladevorgang steuert. Laut dem Wikipedia-Beitrag zu Combined Charging System dient der CP genau diesem Dialog zwischen Ladestation und Fahrzeug. CP und Control Pilot bezeichnen also dasselbe Bauteil, nur die deutsche und englische Schreibweise unterscheiden sich.

Der Kontakt ist Teil jedes Steckers nach IEC 62196 Typ 2, dem in Europa seit Januar 2013 verbindlichen Standard für Ladestecker, der ursprünglich von Mennekes, RWE und Daimler entwickelt wurde. Neben den Leistungskontakten für den eigentlichen Ladestrom besitzt jeder Typ-2-Stecker zusätzlich den CP und den PP. Ohne CP gäbe es keine geregelte Übergabe von Informationen zwischen Fahrzeug und Ladepunkt, der Ladevorgang müsste ungesteuert und damit potenziell unsicher ablaufen.

Wie erkennt die Wallbox, ob ein Auto angeschlossen ist?

Die Wallbox erkennt ein angeschlossenes Fahrzeug daran, dass sich der Spannungspegel am CP-Kontakt verändert. Im Ruhezustand ohne Stecker liegt zwischen CP und dem Schutzleiter PE eine Spannung von 12 V an. Sobald ein Fahrzeug angesteckt wird, schaltet dessen Ladeelektronik einen 1-kΩ-Widerstand (R0) in den Kreis, wodurch eine 1-kHz-Rechteckspannung entsteht.

Dieser Wechsel im Signalverlauf ist der Auslöser dafür, dass die Wallbox den Ladevorgang überhaupt erst startet. Erst wenn dieses Rechtecksignal erkannt wird, beginnt die Wallbox, über den Duty Cycle die freigegebene Stromstärke zu kommunizieren. Bleibt das Signal aus, etwa weil der Stecker nicht richtig eingerastet ist, bleibt die Ladung blockiert. Wie genau dieser Austausch zwischen Wallbox und Auto Schritt für Schritt funktioniert, beschreibt der Beitrag Kommunikation zwischen Wallbox und Elektroauto erklärt.

Welche Signale steuert der CP beim Ladevorgang?

Der CP steuert über ein PWM-Signal (Pulsweitenmodulation), welche maximale Stromstärke die Wallbox für das Fahrzeug freigibt. Das Verhältnis von High- zu Low-Phase, der Duty Cycle, wird dabei in Prozent angegeben und direkt in Ampere übersetzt.

Zuordnung von PWM-Duty-Cycle zu maximaler Stromstärke
Duty Cycle Maximale Stromstärke
10 % 6 A
16 % 10 A
25 % 16 A
50 % 32 A

Liegt der Duty Cycle zwischen 3 % und 7 %, signalisiert das keine feste Stromfreigabe, sondern zeigt an, dass eine digitale Kommunikation den Ladevorgang regelt – ein Modell, das etwa beim Gleichstromladen zum Einsatz kommt. Das CP-Signal bleibt während der gesamten Ladedauer aktiv und wird laufend überwacht; verändert sich der Zustand, etwa weil das Fahrzeug den Ladevorgang beendet oder pausiert, ändert sich auch der CP-Pegel entsprechend. Für Lastmanagement-Systeme, die mehrere Wallboxen am Hausanschluss koordinieren, ist dieses dynamische Signal besonders wichtig, wie im Beitrag Hausanschluss vor Überlastung schützen: So funktioniert Lastmanagement beschrieben wird.

Worin unterscheidet sich CP von der eigentlichen Ladeleistung?

Der CP legt lediglich fest, wie viel Strom die Wallbox maximal zur Verfügung stellt – die tatsächliche Ladeleistung ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel mit der Ladeelektronik des Fahrzeugs. Die Wallbox kommuniziert über den CP die maximal verfügbare Leistung, das Fahrzeug gleicht diesen Wert mit seiner eigenen maximal umsetzbaren Ladeleistung ab und lädt am Ende mit dem niedrigeren der beiden Werte.

Ein Beispiel: Gibt die Wallbox über CP 32 A frei, entspricht das bei dreiphasigem Anschluss rund 22 kW. Kann das Fahrzeug jedoch nur einphasig mit 16 A laden, wird trotz Freigabe nur mit der geringeren Leistung geladen. Der CP ist also die Steuergröße, die Ladeleistung das tatsächliche Ergebnis der Aushandlung. Diese Unterscheidung ist auch beim Laden mit PV-Überschuss relevant, da hier die Freigabe über den CP dynamisch an die verfügbare Solarleistung angepasst wird, wie der Beitrag Wallbox Solarstrom nutzen: Wie viel eine 11-kW-Wallbox direkt laden kann zeigt.

Welche Fehler oder Sonderfälle können am CP auftreten?

Ein Fehler am CP-Signal führt in der Regel dazu, dass die Wallbox den Ladevorgang gar nicht startet oder unmittelbar wieder abbricht, da die Sicherheitslogik ohne gültiges Signal keinen Strom freigibt. Häufige Ursachen sind ein defektes Ladekabel, ein nicht vollständig eingesteckter Stecker oder ein Fehler in der fahrzeugseitigen Ladeelektronik.

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Erkennt die Wallbox überhaupt kein CP-Signal, sollte zunächst der Steckkontakt geprüft und das Kabel gewechselt werden, bevor an der Wallbox selbst geschraubt wird. Bleibt das Problem bestehen, kann auch die Stromversorgung der Wallbox betroffen sein – Hinweise dazu liefert der Beitrag Wallbox kein Strom: Ursachen, Prüfung und Lösung. Zu unterscheiden ist der CP-Fehler vom PP-Fehler: Der Proximity-Schalter PP signalisiert die physische Verbindung von Wallbox zu Auto und sichert die Kabelbelastbarkeit ab, ist also eine eigenständige Absicherung neben dem CP. Tritt während eines laufenden Ladevorgangs plötzlich ein CP-Fehler auf, kommt es meist zu einem abrupten Ladeabbruch, dessen typische Anzeigen und Ursachen der Beitrag Ladeabbruch an der Wallbox: Ursachen, Anzeigen und richtiges Vorgehen erläutert.

Quellen

Verwendete Quellen
Quelle Adresse
IEC 62196 Typ 2 de.wikipedia.org
Combined Charging System de.wikipedia.org

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Häufige Fragen zum Steuerkontakt CP

Ist CP dasselbe wie Control Pilot?

Ja, CP ist die Abkürzung für Control Pilot und bezeichnet denselben Steuerkontakt. Beide Begriffe werden in der Fachliteratur synonym verwendet, im deutschen Sprachraum meist als CP abgekürzt.

Wie unterscheidet sich CP von PP?

Der CP steuert die Kommunikation über Anschlusszustand und freigegebene Stromstärke, während der PP (Proximity Pilot) die physische Kabelverbindung erkennt und deren maximale Belastbarkeit absichert. Beide Kontakte sind bei Typ-2-Steckern zusätzlich zu den Leistungskontakten vorhanden, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Welche CP-Zustände gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man den Ruhezustand ohne Fahrzeug bei 12 V, den Zustand mit angeschlossenem, aber noch nicht ladebereitem Fahrzeug und den aktiven Ladezustand mit laufendem PWM-Signal. Zusätzlich signalisiert ein Duty Cycle zwischen 3 % und 7 % eine digital gesteuerte Kommunikation, etwa bei DC-Laden.

Wie lange bleibt das CP-Signal aktiv?

Das CP-Signal bleibt während der gesamten Dauer des Ladevorgangs bestehen und wird kontinuierlich überwacht. Erst wenn der Ladevorgang beendet oder das Fahrzeug abgesteckt wird, ändert sich der Signalzustand entsprechend.

Was tun, wenn die Wallbox kein CP-Signal erkennt?

Zunächst sollten Stecker und Ladekabel auf festen Sitz und Beschädigungen geprüft werden, da lose Kontakte eine häufige Ursache sind. Besteht das Problem weiterhin, kann ein Wechsel des Ladekabels oder eine Prüfung der Wallbox durch eine Fachkraft notwendig sein.

Fazit: CP ist die Steuerinstanz jedes Ladevorgangs

Der Steuerkontakt CP nach IEC 62196 Typ 2 regelt über ein PWM-Signal zwischen 10 % und 50 % Duty Cycle die freigegebene Stromstärke von 6 A bis 32 A und bleibt während der gesamten Ladedauer aktiv. Er ist von der tatsächlichen Ladeleistung ebenso zu unterscheiden wie vom Proximity-Kontakt PP, der lediglich die Kabelverbindung absichert. Für Wallbox, Fahrzeug und Installateur gleichermaßen relevant, ist der CP damit die zentrale Kommunikationsleitung jedes normgerechten Ladevorgangs.

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Verfasst von

Anja erklärt die Grundlagen: wie eine Wallbox lädt, was Phasen und Stecker bedeuten und welche Schutztechnik das Laden sicher macht. Sie schreibt für Leser, die ihr erstes E-Auto bestellt haben und vor dem ersten Angebot eines Fachbetriebs stehen. Ihr eigenes Auto ist ein Plug-in-Hybrid, der nur einphasig lädt — ein guter Grund, das Thema Ladeleistung ohne Mythen zu erklären.